6.6.2001
Die Konzeption einer epidemiologischen Studie „Ermittlung
des Befindens von Menschen in der Umgebung von Sendeeinrichtungen für den
Mobilfunkbetrieb“, die ich 1999 erstmals publizierte, sieht unter anderem
vor, einen Immunstatus vor und nach Exposition zu erheben. Leider gab es
bisher von keiner Seite eine systematische Sammlung der einzelnen Ergebnisse.
Ebenso wenig wurde eine korrekte epidemiologische Studie durchgeführt, die
statistischen Erfordernissen genügt.
Dies spricht nicht gegen die hypothetischen Annahmen, sondern ist ein Ausdruck
der ungenügenden Organisation auf Seiten der dem Mobilfunk gegenüber
kritisch eingestellten Öffentlichkeit und Fachwelt gleichermaßen.
Verständlich ist dieser Umstand dadurch, daß es einzelne Wissenschaftler und
keine Institutionen sind, die seit Jahren das Wissen um die gesundheitlichen
Auswirkungen niederfrequent gepulster Hochfrequenzenergie zusammentragen und
erweitern, und daß dies überwiegend neben der beruflichen Tätigkeit dieser
Einzelpersonen her geschieht, sodaß keine Valenzen für organisiertes
Vorgehen verfügbar sind.
Mittlerweile liegen einige Ergebnisse vor, die in ihrer Tendenz die
hypothetischen Annahmen deutlich bestätigen. Zwei dieser Fälle, ein Ehepaar,
möchte ich hier vorstellen.
Die Hinweise, den solche Kasuistiken geben, soll als Anregung für die
überregional orientierten umweltmedizinischen Organisationen sein, auf der
Basis der von mir 1999 vorgelegten und im Dez. 2000 konkretisierten
Studienkonzeption noch im Verlauf des Jahres 2001 eine umfangreiche
Datenerfassung vorzunehmen, bevor mit der für 2002 geplanten weiteren
Ausdehnung der Mobilfunknetze „Vorher - Nachher - Effekte“ immer weniger
darstellbar sein werden, wie man es tendenziell am Beispiel der im Fall 2
genannten Patientin sieht, die bereits initial relativ schlechte Immundaten
aufwies.
Im Hinblick auf die bei den betroffenen bayrischen Rindern (Schnaithsee-Studie)
evidenten Veränderungen des Cortisolspiegels ist es sinnvoll, bei
Laboruntersuchungen betroffener Menschen auch diesen Laborwert mitzubestimmen.
Im Einzelfall wird dies allerdings noch größere Interpretationsprobleme
bieten als das Immunprofil. Je größer indes das untersuchte Kollektiv ist,
desto deutlicher wird - mit hoher Wahrscheinlichkeit - das epidemiologische
Gesamtergebnis ausfallen.
Bei den in Frage kommenden umweltmedizinisch orientierten überregionalen
Organisationen denke ich z.B. an die IGUMED, die Bayrische Bürgerwelle, den
BUND. Diese Organisationen erhalten daher eine Abschrift dieses Manuskriptes.
Die allgemeine (unspezifische) Immunkompetenz ist die
Fähigkeit des Immunsystems, krank machende Substanzen zu erkennen,
anzugreifen, zu binden und abzubauen. Die zahnradartig ineinandergreifenden
Komponenten dieser komplexen und selbststeuernden Kaskade von zellulären und
nicht-zellulären Abwehrvorgängen sind Voraussetzung dafür, daß der
Organismus gesund bleibt, auch wenn er schädigenden Reizen oder Giften
ausgesetzt ist.
Die spezifische Abwehrfähigkeit zeigt sich an der Reaktion des Immunsystems
gegenüber allgemein bekannten Infektreizen (Grippeviren, Bakterien,
Schimmelpilzen und Tuberkulbazillen), auf die sich das Immunsystem praktisch
aller Menschen sensibilisiert hat. Wenn sie im Labor bestimmt wird, hat man
also gewissermaßen einige Anwendungsbeispiele des Immunsystems vor Augen;
anders ausgedrückt: es wurde in der Praxis überprüft, ob die o.g.
unspezifische Immunkompetenz im Ernstfall auch funktioniert.
Fall 1
Vergleich der Immunprofile Herr M., 46 J. 20.9.00 (1) und v. 6.4.01 (2)
- vor und 4 Monate nach Inbetriebnahme eines Mobilfunkturms im Abstand von 420 m
mit Sichtkontakt zum Wohnhaus
Die Testresultate des Testes 1
waren in Ordnung, belegen also ein zu
diesem Zeitpunkt normal funktionierendes
Immunsystem.Die Testresultate des Testes 2 zeigen eine
deutlicheingeschränkte, behandlungsbedürftige
Immunlage.
Noch funktioniert die Immunabwehr korrekt,
größere Belastungen können jedoch nicht
mehr sicher abgewehrt werden.Damit belegt der
Vergleich der Messungen 1 und 2
eine erhebliche Verschlechterung der immunologischen Leistungen.Das Kompensationsniveau wurde von
circa 90 Prozent auf 20 Prozent reduziert.
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Die Werte des Testes 2 sind gegenüber Test 1 gravierend abgefallen.
Die allgemeine (unspezifische) Immunkompetenz ist sehr erheblich zurückgegangen
- genau: von 145 auf 29, von 28 auf 12, von 95 auf 22, von 235 auf 63, von 184 auf 31, von 56 auf 7
- Die spezifische Abwehrfähigkeit gegenüber allgemein bekannten Infektreizen,
auf die sich das Immunsystem von praktisch jedem Menschen sensibilisiert hat,
hat sich dementsprechend von Messung 1 nach 2 ebenfalls erheblich verschlechtert
- genau: von 62 auf 9, von 16 auf 4, von 43 auf 9, von 11 auf 4, von 122 auf 5, von 13 auf 6
Fall 2
Vergleich der Immunprofile Frau B., 46 J. 20.9.00 (1) und v. 6.4.01 (2)
- vor und 4 Monate nach Inbetriebnahme eines Mobilfunkturms im Abstand von 420 m
mit Sichtkontakt zum Wohnhaus
Die Testresultate des Testes 1
waren grenzwertig, aber noch in Ordnung.
Das Immunsystem wirkt etwas schwach,
an der Grenze der Behandlungsbedürftigkeit.Die Testresultate des Testes 2 zeigt
eine Tendenz zum weiteren Rückgang
der Immunleistungen.
Noch funktioniert die Immunabwehr korrekt,
größere Belastungen können jedoch nicht mehr sicher abgewehrt werden.Damit weist der
Vergleich der Messungen 1 und 2
eine Verschlechterung der immunologischen Leistungen hin.Das Kompensationsniveau wurde von
circa 30 Prozent auf 20 Prozent reduziert.
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Die Werte des Testes 2 sind gegenüber Test 1 mäßig abgefallen.
Die allgemeine (unspezifische) Immunkompetenz ist zurückgegangen
- genau: von 110 auf 59, von 43 auf 6, von 65 auf 22, von 78 auf 10.
Die Anti-CD3-AK haben reaktiv von 18 auf 52 zugenommen, was als unspezifische,
nicht verwertbare Reaktion zu betrachten ist.
Die spezifische Abwehrfähigkeit hat sich dementsprechend von Messung 1 nach 2
ebenfalls etwas verschlechtert
- genau: von 7 auf 5, von 10 auf 5, von 7 auf 6, von 8 auf 5, von 6 auf 4, von 6 auf 4.
Der mittlere Stimulationsindex ist von 7 auf 5 reduziert
Die auf die einzelnen Lymphocytenklassen entfallenden
Details sind
den Befundoriginalien des „Immucheck“ der Medizinischen Laboratorien
München entnommen.
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