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Handys in Schulen

Liebe Newsletter AbonnentInnen,
heute gebe ich Ihnen eine Korrespondenz wieder, deren Inhalt von allgemeinem Interesse ist und als Anregung gleichermaßen wie als Aufforderung zu einer Diskussion gedacht ist.
Wenn Sie in dieser Angelegenheit einen Leserbrief zurück schreiben, wird dieser anonymisiert gesammelt und in einem der nächsten Newsletter in einer Leserbriefsammlung wiederum allen Newsletter Abonnentinnen zugänglich gemacht.
Mit freundlichem Gruß
Dr. Karl Braun-von Gladiß

Voraus die Information: Die Ärzte der Kompetenzinitative e.V. (siehe http://gladiss.de/index.php/newsletter/9-newsletter-published/80-kompetenzinitiative-e-v) haben den Internationalen Ärzteappell „Mobilfunk gefährdet Gesundheit. Ärzte fordern überfällige Vorsorgemaßnahmen!“ erarbeitet und publiziert. Der Appell kann direkt gelesen werden unter: http://freiburger-appell-2012.info/de/home.php
Unter Bezugnahme darauf schrieb „Frau D.“ nachstehenden Emailbrief:
Dienstag, 28. Mai 2013 „Frau D.“ per Email  -  An: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Betreff: Handy-Verbot an Schulen
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bin Mutter einer Schülerin der 8. Klasse und habe zufällig Ihren Artikel im " Elexier " gelesen. Das Thema  " Strahlenbelastung " interessiert mich schon lange und  es beunruhigt mich, wie fahrlässig mit der neuen Technik umgegangen wird. Leider stelle ich das auch bei meiner Tochter fest. Sie ist 14 und besitzt seit ca. 1 Jahr ein Mobiltelefon, welches sie kaum noch aus der Hand gibt - so wie es wahrscheinlich die meisten Jugendlichen machen. Was mich aber wirklich nachdenklich macht und auch hilflos ist die Tatsache, dass die Kinder in der Schule ihr Handy benutzten dürfen - auch während der Unterrichtszeiten. Die Schule ( FSG Gymnasium L. ) hat ca. 2200 Schüler - und wenn ich mir vorstelle, dass die meisten von denen ständig ihr Handy eingeschaltet haben, wird mir schlecht.
Ich weiß nicht, wie man an so ein großes Thema rangehen kann - deshalb schreibe ich Ihnen und frage Sie: Ist es möglich, dass man über Elternvertreter/ Schulleitung mit Ihnen in Verbindung kommt und vielleicht einmal das Thema behandelt? Es wäre schön, wenn Sie mein Anliegen berücksichtigen würden und ich von Ihnen höre.

29.5.13 Dr. Braun-von Gladiß an Frau D.:
Sehr geehrte Frau D.,
als Mitglied des erweiterten Vorstandes der Kompetenzinitiative antworte ich auf Ihre Zuschrift.
Wir freuen uns über Ihr Problembewusstsein zu diesem Thema; gleichzeitig können wir Ihnen keine Lösung entwerfen.
Der diesbezügliche Umgang mit dem fehlenden Problembewusstsein bei unseren Kindern (besonders eben bei den halbwüchsigen) ist und bleibt eines der sensibelsten Probleme im Bereich der Mobilfunktechnikdiskussion. Wie bei allen anderen um die Pubertät zirkulierenden Themen gilt auch hier: je mehr die Eltern gegen den Wunsch des Kindes arbeiten, desto stärker wird derselbe und es gibt rasch Schnittpunkte, an denen der Bogen überspannt wird und der Versuch, Problembewusstsein zu erzeugen und Handlungsänderungen zu erzielen sich ins Gegenteil verkehrt.
So sehr wünschenswert ist, dass Kinder und Jugendliche keinen Umgang mit Mobilfunktechnik haben, so unrealistisch ist das gleichzeitig und gleicht der im Jahr 1960 erhobenen Forderung, Rauchen sei in der Öffentlichkeit zu unterbinden. Es brauchte 50 Jahre mehr an behutsamer öffentlicher Diskussion, bis es gelang, das Rauchen in Gaststätten zu verbieten, und heute ist das selbstverständlich geworden. Dieses andere historische Beispiel möge Ihnen zeigen, dass es sich lohnt, hier (also in der Mobilfunktechnik) am Ball zu bleiben, aber auch wie gesagt den Bogen eben nicht zu überspannen, sondern immer wieder den Punkt zu finden, an dem wir Jene erreichen können, denen wir unser Thema nahe bringen wollen.
Zum Glück gibt es heute in der Lehrerschaft einige (wenngleich noch die Minderheit) Pädagogen, die wissen, worum es geht, und dies durchaus nicht nur hinsichtlich der konkreten gesundheitlichen Schädigung durch Mobilfunkstrahlen, sondern hinsichtlich dem durch Mobilfunk ausgelösten negativ zu bewertenden soziokulturellen Wandel und hinsichtlich der Auswirkungen auf die Identitätsentwicklung der Jugendlichen.
Diese Lehrer erziehen ihre Klasse systematisch dazu, im Schulunterricht auf das Handy zu verzichten, es auszuschalten, einen problembewussten Umgang damit zu erlernen, und sie haben auch Unterrichtseinheiten dafür entwickelt. Dazu ist auch viel geschrieben worden, ich verweise zum Beispiel auf das Buch "Generation Handy" und einige kurze Publikationen und Stellungnahmen aus meiner eigenen Feder sowie auf die Schriftenreihe der Kompetenzinitiative, allen voran das Heft 7 "Gesundheitsgefahren durch Mobilfunk: warum wir zum Schutz der Kinder tätig werden müssen" und das Heft 2 "Die Gefährdung und Schädigung von Kindern durch Mobilfunk" (www.kompetenzinitiative.de). Recherchieren Sie dafür gerne in www.gladiss.de, wo Sie in die dortige Suchmaschine die jeweiligen Begriffe Generation oder Handy oder Jugendliche oder Lehrer eingeben und dann zu den jeweiligen Ergebnissen gelangen.
Was Ihnen bleibt, ist, auch mit Hilfe dieser Informationen und auch der Flyer dafür, die Sie vom Sekretariat der Kompetenzinitiative (www.Kompetenzinitiative.de) erhalten können, sich nach ähnlich Denkenden in Ihrer Umgebung umzusehen und mit diesen zusammen initiativ und bewusstseinsbildend auf die Schule einzuwirken.
Tun Sie das möglichst nicht alleine, denn dann bringen Sie sich nur ins Abseits und stempeln sich zur "Spinnerin" ab.
Was das diesbezügliche Einwirken auf Ihr Kind betrifft, steht und fällt das vom Kontakt, den Sie zu Ihrem Kind haben und von der bisherigen Erziehungsstrategie, die Ihnen für dieses pubertäre Alter noch Handlungsspielraum offen lässt oder nicht, denn mit Überzeugung und wissenschaftlichen Nachweisen und intellektueller Einsicht ist in diesem Alter ja nur untergeordnet etwas zu erreichen, aber wem sage ich das. Das weiß ja jede Mutter.
Bedenken Sie aber, dass Sie hier pragmatisch vorgehen müssen, um Ihr Kind nicht in die altersgemäß typische und auch notwendige trotzige Gegenhaltung zu treiben.
Berichten Sie uns gerne, ob Ihnen diese Informationen hilfreich sind und zu einem späteren Zeitpunkt, was Sie in der Umsetzung damit haben anfangen können, ob also Teilerfolge der Gegenstrategie auf die Schule und auf Ihr Kind bezogen gelungen sind.
Mit freundlichem Gruß, Dr. med. Karl Braun von Gladiß, Auf dem Vievacker 16, 21407 Deutsch Evern, www.praxisvongladiss.de

Wichtiger Nachtrag und Hinweis:
Diagnose Funk e.V. (http://www.diagnose-funk.org) veranstaltet zu diesem Thema einen Kongress in Stuttgart, am Samstag, den 12.Oktober 2013: „Digitale Medien – Faszination mit Nebenwirkungen. Anregungen für die pädagogische Praxis  zu den gesundheitlichen und psychosozialen Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche“.
Aus der Programmankündigung: „Die digitale Kommunikation hat unser Leben verändert. Ein immer größerer Teil der Bevölkerung arbeitet und kommuniziert Online. Der TabletPC findet in allen Lebensbereichen seinen Einsatz und das SmartPhone, so muss man befürchten, ersetzt bei manchen Kindern zunehmend das Stofftier. In den Erziehungseinrichtungen, soll der TabletPC zum universellen Lerngerät werden. Auf die damit verbundenen Risiken der mobilen Kommunikation ist die Gesellschaft nur unzureichend vorbereitet.
Auf dem Kongress in Stuttgart werden Medienpädagogen, Mediziner, Wissenschaftler und Verbraucherschützer in Vorträgen und Workshops zwei Problemfelder behandeln:
Erstens die psychosozialen Risiken. Die neuen Kommunikationsmöglichkeiten in den sozialen Netzen, der Stress durch die Flut des Datenstroms, Internetspiele und das damit verbundene Suchtpotential werfen Fragen auf: Wie viel Medienkonsum ist für Kinder verantwortbar?
Und zweitens die Risiken durch die Zunahme an Mobilfunkstrahlung: Was bewirkt diese Strahlung im Körper? Und wie kann man sich schützen?
Der Kongress wird hierzu den aktuellen Stand der Diskussion darstellen und möchte darüber hinaus Pädagogen – insbesondere Lehrerinnen und Lehrern –, Eltern und Psychotherapeuten Anregungen geben und Perspektiven aufzeigen.
Weitere Informationen zum Kongress, den Referenten, sowie den Kongressflyer unter:
www.digitale-medien-2013.diagnose-funk.org
Zeit: Samstag, den 12. Oktober 2013; 9.00 – 17.30 Uhr
Ort: Bürgerzentrum Stuttgart-West, Bebelstraße / Schwabstraße
Zielgruppe: Eltern, Lehrer, Pädagogen, Psychotherapeuten und alle Interessierten
Hauptveranstalter: Diagnose-Funk e.V.
Unterstützer: Diagnose-Funk Schweiz, Kompetenzinitiative e.V., Stiftung für Kinder e.V., Pandora - Stiftung für unabhängige Forschung, Verein zum Schutz der Bevölkerung vor Elektrosmog e.V.-Stuttgart
Veranstaltungsrahmen: Vormittags Vorträge im Plenum, nachmittags Workshops“