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Kasuistik bei fehlendem Behandlungserfolg

15. April 2013

Die heutige Newsletterausgabe soll vier Aspekte zeigen:

Zum Ersten sollen einige Fragen am konkreten Beispiel beantwortet werden. Oft werde ich gefragt, wie eine ganzheitsmedizinische Untersuchung in meiner Praxis abläuft. Welche Untersuchungen werden vorgenommen? Wie werden die erhobenen Daten erklärt, bewertet und im Gesamtzusammenhang dargestellt? Wie sieht ein Behandlungskonzept aus, das sich aus der Auswertung der Untersuchungsergebnisse in der Sprechstunde für Zweitmeinung ergibt? Wie werden belastende Kofaktoren ermittelt? Wie wird die Kofaktoren-Reduktion in den Therapieplan integriert? (Wenn im hier vorgestellten Fall einige Aussagen eher akademisch formuliert sind, hängt das damit zusammen, dass der Patient Hochschulabsolvent ist und der Bericht auch an die zuweisende Ärztin für Ganzheitsmedizin adressiert war). Um der Leserin / dem Leser des Newsletter den Einblick in die „Second look opinion Sprechstunde“ möglichst authenthisch zu sichern, habe ich den kasuistisch wiedergegebenen Bericht mit Therapieplanentwicklung mit Ausnahme der Anonymisierung der Patientenkennung unverändert gelassen.

Die Kasuistik können Sie als PDF unter diesem Link abrufen: http://gladiss.de/phocadownload/2013.04.12.Kasuistik_bei_fehlendem_Behandlungserfolg.pdf

Zum Zweiten wird ein Beispiel vorgestellt, wie Laborwerte und die Aspekte zum Gebiss interpretiert und erläutert werden.

Zum Dritten ist mit dieser Kasuistik ein Plädoyer dafür verbunden, dass ganzheitlich konzipierte Behandlungen zeitlich und modular strukturiert und definiert sein sollen. Es gibt Tendenzen in Kreisen biologischer Therapeuten, die Patienten bis „zum St. Nimmerleinstag“ oder bis die Patienten von sich aus die Therapie abbrechen einzubestellen. Dieses merkantil motivierte Muster schadet der ganzheitlichen Medizin generell und dem Ruf der Behandlerin / des Behandlers ganz konkret.

Zum Vierten wird verdeutlicht, dass sich die/der BehandlerIn Klarheit verschaffen muss, ob Behandlungsfähigkeit für Regulationstherapie überhaupt vorliegt. Und sie/er muss bzw. sollte die Voraussetzungen dafür dem Patienten gegenüber verständlich vermitteln. Transparenz ist wichtig. Ferner muss das Therapieziel definiert und festgelegt werden, wie lange die erste Therapiephase dauern soll und aus welchen ineinander greifenden Behandlungsmodulen sie besteht. Ferner sollte klar benannt werden, an welchen Kriterien Therapeut und Patient zusammen im Revisionsgespräch nach der ersten Behandlungsetappe prüfen können, ob die Behandlung erfolgreich ist. Sollte dann eine Änderung des Therapiekonzeptes erfolgen oder ist es sinnvoll, die gleiche Kombination der Therapiemodule fortzuführen, wenn ja, wie lange noch wie häufig (oft ist nach der ersten eher kurz dauernden Therapiephase eine Verringerung der Behandlungsfrequenz möglich), oder zeigt sich gar, dass weder eine Heilung noch eine Verringerung der Krankheitsaktivität möglich ist.

So, nämlich dass sich am Ende der ersten kurz gehaltenen Therapiephase leider das Ausbleiben jeglicher Besserung konstatiert werden musste, war es nämlich im Fall des in dieser anonymisierten Kasuistik vorgestellten Patienten.

In diesem Fall kam vieles zusammen, was dem Zurückführen des Organismus in selbstheilende Regulationsmechanismen entgegensteht:

Die Krankheit (Nierenschädigung) hatte das betroffene Organ schon sehr stark angegriffen (dies verbot auch eine Entfernung der Amalgamfüllungen mit ausleitender Behandlung in der Anfangsphase der Therapie). Es bestand eine konzertierte Aktion von schädigenden Faktoren: mehrere regulationsblockierende Medikamente, 30-jähriger Nikotinkonsum, 47 Jahre lang bis heute bestehende Amalgambelastung, Zahnstörfeldsituation, extreme elektromagnetische Belastungen, Ernährungsfaktoren, die den Stoffwechsel und den Darm sehr stark belasten, eine bisherige Lebenseinstellung (niedriger sog. Compliance-Grad), in der eine ganzheitliche Sichtweise fehlt und Störungen von Abläufen eher technisch korrigiert werden sollen.

Nach der ersten kurz gehaltenen Therapiephase, in der zunächst ein eher niedriges Therapieziel angestrebt worden war, fehlten die labortechnischen Verbesserungen, an denen die „Therapieresponse“ hätte abgelesen werden können, und auch jegliche durch den Patienten hinsichtlich Lebensqualität spürbaren Veränderungen blieben aus.

Folgerichtig wurde die Behandlung beendet. Als ganzheitsmedizinischer Behandler muss man auch seine Begrenzung kennen und beachten. Für diesen Patienten ist tatsächlich die fachärztliche Betreuung durch den Nephrologen die richtige Strategie und vieles spricht dafür, dass die Integration in ein Dialyseprogramm nicht zu umgehen ist.

Deutsch Evern / Lüneburg, den 15 April 2013
Dr. med. Karl Braun-von Gladiß
Arzt für Allgemeinmedizin
www.praxisvongladiss.de